Der Kaukasus

Die Geschichte der letzten zwei Jahrzehnte wurde von Kriegen, immerwährenden Grenzkonflikten aufgrund religiöser oder politischer Verstrickungen und von Erdbeben geprägt.

Die Verfassung der kaukasischen Republiken steht für Demokratie, die gelebte Wirklichkeit dagegen oftmals nicht. Es regiert bis heute altes Clan- und Stammeswesen mit Gewalt und für das eigene Budget. Die Vorzüge eines in den letzten Jahren zum Teil erstaunlichen Wirtschaftswachstums erreichten die breite Bevölkerung kaum.

Die heute selbständigen Republiken des Kaukasus wie Armenien, Georgien und Aserbaidschan gehörten in früheren Jahren zur Sowjetunion. Zählt dieses Gebiet eigentlich zu Europa oder schon zu Asien? Nach altem geographischen Verständnis war etwa die Nordgrenze des Kaukasus die Südgrenze Europas; mit den kaukasischen Bergen betrat man also asiatischen Raum. Die politische Betrachtung und Realität heute zählt den Kaukasus jedoch zu Europa.

Anders ausgedrückt: Wir betreten asiatisch geprägten Raum, von der europäischen Politik ins eigene Haus gezogen und mit starkem Drang nach den „Errungenschaften“ westlicher Kultur.

Unsere persönlichen Erfahrungen im Kaukasus reichen in das Jahr 1998 zurück und wir erfuhren an uns selbst ein altes armenisches Dichterwort:

„Es fällt schwer, Armenien zu verlassen, doch noch schwerer, nicht wieder zu kommen.“

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